Als ich das erste Video von Sing Fang / Seabear sah, musste ich unweigerlich an die Kelly Family denken – nur mit weniger Haaren auf den Köpfen. Da sitzen sie im Wohnzimmer und trällern ein Liedchen, während im Hintergrund ein kleines blondes Mädchen sein Tanzbein schwingt. Aber gerade diese kuschelige, sehr persönliche Atmosphäre war es, die mich gefangen genommen hat.

Die Band aus Reykjavik, Island, bestand erst nur aus dem Singer-Songwriter Sindri Sigfússon und war erst sein Soloprojekt. Bei einem Liveauftritt in Berlin musste Sindri Sigfússon seine Freunde mit ins Boot holen, um ihn musikalisch zu unterstützen. Und so haben sich am Schluss sechs Leute gefunden, die in Sindris Heimstudio das erste Album aufgenommen haben. Ende 2007 erschien dann The Ghost That Carried Us Away und wurde durchweg in den Himmel gehoben. Nach einigen Europatouren und kleineren Auftritten wurde es aber wieder ruhiger um die Band, als dann schließlich 2010 ein neuer Track Lion Boy/Cold Summer veröffentlicht wurde und bald darauf konnte man das zweite Album We Built A Fire in den Plattengeschäften anhören.

Die Band wird eher in die schon etwas überlaufende Indierichtung eingeordnet. Ich würde ihnen zugestehen, schon sehr den melancholischen Folkton zu treffen. Was die sehr sensiblen Texte bestätigen, die meistens ganz zart ertönen und mit rustikaleren Instrumenten unterstützt werden. Mit Gitarren, Klavier, Schlagzeug, Kontrabass und einigen Percussion Instrumenten wie Glockenspiel werden ganz klare Klänge erzeugt und der Musik einen sehr harmonischen Grundton verliehen. Die Musik der sieben Bandmitglieder kommt dierekt aus dem Herzen. Die Videos sprechen auch für sich, die werden nämlich von Sindri und seiner Freundin entworfen und verleihen der außergewöhnlichen Musik noch eine absurde und exzentrische Note.

Diese Band lohnt es sich wirklich im Plattenregal zu haben!

 

 



  1. It‘s quite in here! Why not leave a response?