Anfangs fand ich diesen Song von Gotye “Somebody I Used To Know” richtig gut. Melancholisch, traurig und einfühlsam. Sanfte Gitarrenklänge, eine tolle Stimme und die Ex-Freundin hat auch ein Wörtchen mitzureden. Das waren meine ersten Eindrücke. Ach ja und wunderschönes, dezentes und simples Video, was die Einfachheit des Liedes noch unterstreicht.

Nach dem fünfzehnten Post und dem dreihundertsten Like wurde ich doch ein bisschen skeptisch. Und als auf einmal sogar imposante Cover des Songs auf Facebook und Co rum schwirrten, war es mit einem Mal ganz aus. Wie kann ein einziges Lied so sehr gehupt werden, dass es nach zwei Wochen schon professionell nach gemacht wird? Zu Beginn war es noch ein kleiner Geheimtipp in der Indieszene und plötzlich wird es auf Bayern3 und in Clubs rauf und runter gespielt. Leichte Sättigung vorprogrammiert! Als dann ein Freund noch eins drauf gesetzt hat und den Songtext analysierte: Addicted to a certain kind of sadness, wusste ich wirklich nicht mehr wohin. Hat der Hype dieses wunderschöne Lied kaputt gemacht? Aber was ist dann mit Michael Jackson, den Beatles oder Florence and the Machine, das sind alles Bands, deren Lieder pausenlos gespielt, gecovert und gehört werden. Schon abgehört? Auf keinen Fall!

Also lässt man diese Ohrwurmwoge entspannt über sich ergehen und man wartet ab, bis man den Song in seinen eigenen Vier-Wänden wieder in einen Tonträger einlegt und leise mitssummt. Nur weil es gehypt und ein bisschen ausgelutscht wird, muss man es nicht gleich verpönen und als absoluten Mainstream verdammen. Manche guten Lieder bleiben und überdauern eben als Longplayer unsere Zeit. Und es ist immer wieder wundervoll nach ein paar Jahren das herauszukramen, was wir schon längst als verschollen und vergessen abgetan haben!



  1. It‘s quite in here! Why not leave a response?